Offener Brief an Sparkasse Vest:

Abbau des Bankautomaten an der Wacholderstraße entgegen Zusage

Sehr geehrter Herr Vorstandsvorsitzender Dr. Schulte,

 

bereits mit dem Schreiben vom 09.01.2018 haben wir uns in der Zuständigkeit für Marl an Herrn Specovius gewandt, weil im Stadtteil Marl-Sinsen Gerüchte kursierten, dass der Sparkassenautomat im Sinsener Nettomarkt an der Wacholderstraße abgebaut werden solle. Herr Specovius hat unser Schreiben unmittelbar an den Vorstand der Sparkasse Vest Recklinghausen weitergleitet, dessen Vorsitzender Sie sind.

 

Wir können unsere Enttäuschung nicht verbergen, dass bislang auf dieses Schreiben in keiner Form reagiert worden ist. Dagegen mussten heute viele Bürgerinnen und Bürger entsetzt mit ansehen, wie aus Gerüchten Realität wurde und der Automat tatsächlich vollständig abgebaut worden ist. Dies bedauern wir sehr.

 

Gerne möchten wir an die Historie des Automaten in Sinsen erinnern: Viele Jahre lang war der Pavillon am Hülsmannsfeld (wenige Meter weit entfernt) täglich mit Personal besetzt. Der erste Einschnitt war, dass dieser nicht mehr täglich besetzt worden ist. Später fanden nur noch Beratungsgespräche vor Ort statt. Im dritten Schritt wurden auch diese gestrichen; im Pavillon befanden sich nur noch Geräte. Und zu Letzt wurde der Pavillon völlig abgerissen. Als Alternative baute man einen einzigen Geldautomaten im genannten Nettomarkt auf. Von Anbeginn sahen wir die Rationalisierungsmaßnahmen als unerfreulich an und betonten schon damals die Wichtigkeit der Geldversorgung vor Ort.

 

Genau aus diesem Grund waren wir sehr froh, dass die Sparkasse Vest - namentlich mir, Peter Wenzel als Fraktionsvorsitzenden - gegenüber das Versprechen zusicherte, dass der Automat dauerhaft vor Ort als Alternative zum Pavillon aufgestellt bleiben werde. Genau dieses Versprochen wurde nun zum Nachteil vieler Menschen vor Ort mit dem Abbau des Automaten gebrochen.

 

Die Sparkasse sahen wir bislang immer als einen Partner an, auf dem man sich verlassen kann. Auf Ihrem Internetauftritt schreiben Sie genau in diesem Sinne: „Der Mensch im Mittelpunkt – immer und überall“; wirklich immer und überall? Uns kommen Zweifel auf.

 

Als öffentlich-rechtliche Sparkasse sind Sie vor allem den Menschen vor Ort gegenüber der Gemeinnützigkeit verpflichtet. Das machte immer Ihren besonderen Unterschied zu anderen Banken aus. Damit tragen Sie auch für Städte und Stadtteile eine bedeutsame Verantwortung.

 

Der in Rede stehende Automat wurde aus gutem Grund an einem hochfrequentierten und geschützten Ort aufgestellt. Er war der einzige Sparkassenautomat im Stadtteil Sinsen. Um diesen Standort herum leben auch viele ältere Menschen, die auf eine fußläufige Geldversorgung angewiesen sind. In dieser Nähe sind aktuell zudem zwei weitere Bauprojekte für seniorengerechtes Wohnen in Realisierung. Unabhängig von den konkreten Benutzerzahlen ist es immer ein schlechtes Signal, wenn Banken ihre Schalter aus einem Stadtteil abziehen.

 

In diesem Sinne möchten wir noch einmal an Ihre Verantwortung als Körperschaft öffentlichen Rechts appellieren. Eigentlich wollen wir uns auch gar nicht von dem Gedanken verabschieden, dass die Sparkasse besonders nah bei den Menschen und für diese da ist; eine Bank eben, deren Wort zählt.

 

Bitte halten Sie Ihr Versprechen und veranlassen Sie, dass der Automat vor Ort wieder aufgebaut wird. Viele Menschen vor Ort werden es Ihnen danken.

 

In Freude auf Ihre Unterstützung und freundliche Grüße 

 

Peter Wenzel                          Arvid Weber                    

Fraktionsvorsitzender             SPD-Ortsvereinsvorsitzender

 

Zur Kenntnis an: - Detlef Spekcovius   

                             - Lokale Presse  

 

Pressemitteilung Freitag 12.01.2017 

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© Peter Wenzel