SPD-Diskussionsabend über Flüchtlingstragödie im Mittelmeer

 

Sichere Passage für Flüchtlinge nach Europa gefordert

 

Am Mittwoch folgten zahlreiche Interessierte der Einladung der SPD Marl sowie der SPD Sinsen-Lenkerbeck zum Diskussionsabend über die Flüchtlingstragödie im Mittelmeer. 2016 sind bereits 4.655 Menschen auf der Flucht im Mittelmeer gestorben bzw. werden im Mittelmeer vermisst, was dem Tod gleich kommt (Stand 22.11.2016). An diesem Abend wollten alle über Lösungen nachdenken. Referent des Abend war Gerd Hoschek. Der Sinsener, der gewöhnlich bei der Bundesnetzagentur arbeitet und sich seit der Kindheit bei der DLRG engagiert - aktuell als ehrenamtlicher Beauftragter für Information und Kommunikation auf Bundesebene - fasste im Juli den Entschluss, selbst etwas gegen das massenhafte Sterben im Mittelmeer zu unternehmen: Vom 29. Juli bis 24. August diesen Jahres machte Gerd Hoschek sich daher auf das Rettungsboot „Minden“ der zivilen Seenotrettungsorganisation LifeBoat im Mittelmeer; 11 Tage war er davon ununterbrochen auf See.

 

Nach seiner Präsentation der großen Not und Gefahr für Flüchtlinge im Mittelmeer breitete sich zunächst eine große Stille der Betroffenheit aus. Größte Erkenntnis des Vortrags: Trotz des Abbruchs der europäischen Seenotrettung in der Vergangenheit kamen immer mehr Flüchtlinge, weil die Gefahr in ihrer Heimat so groß ist. Dann fielen den Anwesenden viele Lösungsansätze ein. Darunter: Ein generelles Verbot von Waffenexporten, der Aufbau einer starken Wirtschaft in afrikanischen Staaten, faire Wirtschaftsverträge, eine staatliche Seenotrettung, eine sichere Passage für Flüchtlinge über das Mittelmeer sowie ein Aufnahmelager im Süden Europas und der stärkere Kauf von Fair-Trade-Produkten.

 

Bundestagsabgeordneter Michael Groß verfolgte interessiert die Vorschläge und versprach, die Ergebnisse des Abends in Berlin zu präsentieren. "Wir leben in einer Welt und haben sie lebenswert zu gestalten. Dass Menschen auf dem Mittelmeer sterben, weil sie sich auf der Flucht befinden, ist nicht zu tolerieren. Schlepper müssen festgesetzt werden. Nachhaltige Entwicklungspolitik bedeutet mehr als unseren Wohlstand zu teilen. Menschen müssen in ihrer Heimat von ihrer Arbeit leben können und dürfen nicht verfolgt, gefoltert oder getötet werden. Das Recht auf Asyl darf nicht angetastet werden und ein Einwanderungsgesetz ist notwendig, um einen geregelten Weg nach Deutschland in den Arbeitsmarkt zu schaffen." so Groß in einem Wortbeitrag.

 

In seinem Schlusswort betonte Gerd Hoschek indes, wie wichtig eine sichere Passage für Flüchtlinge nach Europa sei: „Schlepper sind verbrecherische Geschäftemacher, die Fluchtursache sind sie nicht. Es liegt auch an uns und unserer Wirtschaftspolitik, den Menschen in den armen Staaten genug zum Leben zu lassen. Nur dann brauchen sie ihre Heimat nicht verlassen. Bis wir das erreicht haben, müssen wir ihnen einen sicheren Ort bieten und eine sicheren Weg dort hin ermöglichen.“

 

Die private Seenotorganisation „LifeBoat“ ist auf Spenden angewiesen:

 

www.lifeboatproject.eu

 

Spendenkonto bei der Commerzbank:

 

IBAN: DE03 2824 0023 0335 2465 01

 

BIC: COBADEFFXXX 

 

Pressemitteilung Dienstag 22.11.2016

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© Peter Wenzel